Gedanken zum Terror in Berlin

Noch nie habe ich mir beim Schreiben eines Beitrags so schwer getan wie bei diesem hier. So gerne würde ich euch erzählen, wie meine drei Tage in Berlin waren und wie toll Deutschlands Hauptstadt ist. Ich möchte euch genau erzählen, was ich alles erlebt und gesehen habe und euch Tipps geben, wie ihr auch in 72 Stunden jede Menge an Eindrücken und Erlebnissen aus Berlin mitnehmen könnt. Aber ich kann es nicht. Denn bei jedem Gedanken an Berlin kommt derzeit nur eine einzige Frage in mir hoch – Warum ?

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Warum Terror? Warum muss das sein?
Warum müssen ständig Unschuldige wegen solchen Idioten sterben?
Warum schaffen es die Menschen nicht in Frieden miteinander zu leben?
Warum kann das nicht einfach aufhören? WARUM?

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Täglich bin ich mit meinem Freund während unseres Berlin Aufenthalts den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz auf und ab gegangen. Das Crowne Plaza Hoten, in welchem wir gewohnt haben war gleich ums Eck. Es brauchte also nur wenige Gehminuten um zu den Einkaufshäusern, dem Hard Rock Cafe oder zur Gedächtnis-Kirche zu gelangen. Auch vom Bikini Berlin aus hatten wir beim Cocktail trinken einen wunderschönen Ausblick über die Stadt und den Weihnachtsmarkt.

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Mir kommt immer noch die Gänsehaut, wenn ich daran denke, dass wir uns ernsthaft, während wir durch diesen Weihnachtsmarkt geschlendert sind, gefragt haben, warum dort niemand Kies streut. Die Straßen und Gehwege waren am Abend immer extrem glatt und rutschig und wir mussten ständig aufpassen, dass wir nicht hinfallen. Heute, nur drei Wochen später kommt einem dieser Gedanke ziemlich lächerlich vor. Immerhin haben am Montagabend des 19. Dezember zwölf Menschen dort unverschuldet ihr Leben verloren. Weil ein vollkommen Irrer mit einem gestohlenen LKW in den Weihnachtsmarkt rasen musste.

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Ständig liest und hört man in den Medien von Terroranschlägen und unschuldigen Opfern und mir ist auch klar, dass solche Dinge nicht nur in Berlin, sondern überall auf der Welt passieren. Doch auch, wenn man sich dessen bewusst ist, so sitzt der Schock und das Entsetzen über so eine Tat doch viel tiefer, wenn man den Ort des Geschehens oder die Personen, die betroffen sind kennt und eine Verbindung herstellen kann. Bei mir ist das jedenfalls so.

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Auch gestern, als wir am Weihnachtstisch zusammen gesessen sind, war Berlin und der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt ein großes Thema. Entsetzen und Kopfschütteln machte die Runde. Aber wir verspürten auch große Dankbarkeit darüber, dass es uns allen gut geht, alle Anwesenden gesund und munter waren und wir gemeinsam Weihnachten feiern konnten. Ich kann mir kaum vorstellen, wie es den Hinterbliebenen der Opfer zu dieser besinnlichen Zeit ergehen muss, welch schwere Zeit sie gerade durchmachen müssen und wie lange es wohl brauchen wird, bis alle, die an diesem Tag vor Ort waren, brauchen werden, um dieses miterlebte Szenario zu verarbeiten.

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Ich empfinde so viel Wut, Trauer und Hass wenn ich daran denke was in dieser Welt vor sich geht, aber auch sehr viel Dankbarkeit, dass es meiner Familie, meinen Freunden und mir gut geht. Ich bin Dankbar, dass ich bisher noch keine großen Schicksalsschläge und Verluste zu beklagen habe und dass ich so ein tolles Leben führen darf. Noch mehr als je zuvor weiß ich dies zu schätzen und ich bin weiterhin sehr bestrebt jeden Tag aufs neue in vollen Zügen zu genießen.

Gerade auch jetzt zur Weihnachtszeit kommt es nicht darauf an, welch tolle Geschenke ihr bekommt oder verschenkt, sondern es sollte viel mehr um die Zeit gehen, die man gemeinsam miteinander verbringt. Das größte Geschenk, dass wir haben ist unser Leben, dass wir glücklich und gesund sind und das wir einander haben. Wenn man das nicht wertschätzen kann, dann bringt das teuerste Geschenk der Welt nichts. Leider vergessen wir das in der heutigen Zeit und dem viel zu stressigen Alltag, den die meisten haben nur zu oft.

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Berlin trotzt dem Terror

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein paar schöne Weihnachtsfeiertage und eine glückliche und besinnliche Zeit mit euren Liebsten. Ich hoffe, dass ihr auch anhand der Fotos, die ich hier eingefügt habe sehen könnt, wie schön und aufregend Berlin für uns war und das wir eine tolle Zeit hatten. Solltet ihr noch nie in Berlin gewesen sein, schaut unbedingt einmal hin. Es gibt so viel zu entdecken und zu erleben, tolle Shops, richtig leckeres Essen, enorm viele Sehenswürdigkeiten und jede Menge an Geschichte! Und eines kann ich euch garantieren, in Berlin wird es definitiv nie langweilig.

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In Gedanken an alle Opfer und Angehörigen des Anschlags an den Weihnachtsmarkt vom 19. Dezember in Berlin

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Patricia

Einfach schrecklich, und so unfassbar. Ich kann einfach nicht verstehen wie jemand so etwas machen kann. Ich hab es einfach satt so oft solche schrecklichen Nachrichten zu hören, und jetzt war schon wieder etwas zu Silvester..
Ich bin froh, dass du deinen Aufenthalt in Berlin genießen konntest !

Ich wünsche dir ein schönes neues Jahr und alles Liebe, liebe Iris <3´

Trixi

WARUM? Das ist auch die Frage die mich beschäftigt. Ich kann diese Taten – zum Glück- einfach nicht nachvollziehen und es macht mich wirklich fertig. 🙁 Schön, dass Du ein paar Worte zu diesem traurigen Erlebnis verfasst hast!

Alles Liebe,
Trixi

Nicole

Wirklich ein toller Post und ich finde es extrem gut wie du damit um gehst! Ich habe es auf Instagram schon gemerkt und war schon hin und her gerissen, ob ich noch ein weiteres dieser „pray for berlin“Bilder posten soll? Aber letztendlich bringt uns dass auch nicht weiter und ich habe einfach die Weihnachtszeit genoßen mit meiner Familie (auch wenn der Vorfall noch so schlimm war): ich denke, es war gut, dass du zuvor da warst – so konntest du die Zeit in Berlin genießen und das war auch gut so!
Ich denke kein normaler Mensch kann verstehen, was in diesen Leuten vorgeht….

Ich hoffe du hattest eine schöne Weihnachtszeit!

Liebe Grüße

Nicky

misses popisses

Solche Taten kann ein Normalsterblicher wohl nie begreifen… Mein grosses Mitgegühl gilt den Betroffenen und Angehörigen, die ihr Leben verloren haben oder ihre Liebsten verloren haben.
Mich hat diese Horrorfahrt an die Grazer Amokfahrt erinnert, bei der Graz im Ausnahmezustand war und ich einen Schutzengel hatte und nur 10 Minuten zuvor in den betroffenen Gebieten entlang gelaufen bin. Nach der Amokfahrt lag Eiseskälte in der Luft und nichts war mehr so vie zuvor.

Berlin ist eine tolle Stadt, in der ich schon öfters zu Besuch war und die mich jedes Mal fasziniert hat.
Alles Liebe, meine liebe Iris
Elisabeth

Ulrike Drexler-zack

Sprichst mir mit deinem Beitrag so aus der Seele!!! Bei uns war die „Diskussion“ auch jene, dass es offensichtlich MIR näher geht wenn so etwas wo passiert, wo man schon einmal selbst war bzw. das Land besser kennt, die Menschen dort deine Sprache sprechen – es so GREIFBARer scheint als wenn es in einem für mich / uns doch relativ unbekannten, selbst noch nie bereisten Land passiert… ich habe Berlin lieb gewonnen u es war u ist für mich persönlich – natürlich sehr subjektiv betrachtet – schlimmer… aber jeder Verlust eines Menschenlebens durch die bloße Willkür anderer – egal in welchem Land ist schlimm, grausam und auch aufs schärfste zu verurteilen – dennoch soll / DARF das nicht zu blindem Hass führen… schwierig – vielleicht eine der neuen großen Herausforderungen (in) der heutigen Zeit! Jedenfalls schöne gut geschriebene Zeilen, Iris u trotz allem dir noch schöne restliche Feiertage … bzw guten Rutsch u vor allem viel liebe ❤️ für ’17!

Ani

Ich kann das so nachvollziehen! Ich selbst liebe Berlin und war auch schon des öfteren dort! Du hast es wirklich sehr gut zusammengefasst bzw. auf den Punkt gebracht. Es muss ja der totale Schock für dich gewesen sein, überhaupt weil du ja erst kürzlich dort warst und wie geschrieben hast, sogar den Weihnachtsmarkt des öfteren besucht hast. Wahnsinn! Ich finde es auch erschreckend was passiert ist und die Frage nach dem „WARUM“ habe ich mir selbst öfters gestellt.. nur werden wir da keine Antwort drauf finden.. leider wird es fanatische Menschen immer geben.. Ich hoffe trotzdem, dass das neue Jahr friedlicher wird und die Menschen gerade in diesen Zeiten zusammenhalten und sich nicht aufhetzen lassen. Nur zusammen sind wir stark – sagte ja schon ein altes Sprichwort!

Schön, dass es dir gut geht und du ein schönes Weihnachtsfest mit deinen Lieben hattest! Denn das ist das wichtigste in dieser verrückten Zeit: Familie & Freunde <3

Bussi Ani

Marianna

Das hast du wunderbar geschrieben. Es ist einfach so traurig. Wir dürfen uns dennoch nicht unterkriegen lassen. Dankbarkeit ist eine gute Möglichkeit dem Terror die Stirn zu bieten. Dir auch frohe Weihnachten. Bussi Marianna