Mein leidvolles Leben mit der Migräne

Migräne Kopfschmerzen

Migräne du Miststück! Was habe ich dir eigentlich getan, dass du mich immer und immer wieder so leiden lassen musst. Seit über 15 Jahren machst du mir nun schon das Leben schwer und ganz ehrlich, ich habe dich mittlerweile schon so etwas von satt.

Du kommst und gehst wie du möchtest. Ganz ohne Ankündigung hast du dich in mein Leben geschlichen. Ich habe meine Ernährung umgestellt, ich achte darauf gesund und fit zu bleiben, ich höre darauf was mein Körper mir sagt und überanstrenge mich nicht. Na gut, manchmal sündige ich etwas und vielleicht rauche ich dann 3-5 Zigaretten am Tag. Sehr selten trinke ich ein paar Schlückchen Alkohol, aber nie zuviel und immer mit Maß und Ziel. Vielleicht mache ich auch etwas zu wenig Sport. Aber ist das wirklich der Grund um mir mein Leben so schwer zu machen?

Auf was soll ich denn noch alles verzichten? Willst du, dass ich mich nur noch daheim einsperre? Das Sonnenlicht wird immer unerträglicher für mich, meine Motorik, sowie meine Sehkraft verschlechtern sich ständig und mein Gedächtnis lässt hin und wieder auch sehr zu wünschen über.

Bei den kleinsten Anzeichen eines neuen Migräne-Anfalls bekomme ich Panik und kann nur noch daran denken, wie ich es auf dem schnellsten und kürzesten Weg nach Hause schaffe. Klar, du besuchst mich nicht mehr ganz so oft wie noch vor einigen Jahren, wo ich fast wöchentlich einen Migräne-Anfall hatte. Deine Besuche werden seltener und ich habe mittlerweile gelernt mit dir zu leben. Besser gesagt, ich habe dich akzeptiert und ich habe gelernt, wie ich dich unter Kontrolle halte. Ganz aus meinem Leben verbannen kann ich dich aber noch immer nicht.

Was mir bei einem Migräne – Anfall hilft

Ich habe alles an Medikamenten geschluckt, was mir die Ärzte gegen Migräne verschrieben haben, ohne dass sie wirklich eine Ahnung von dir hatten und ich habe Untersuchungen hinter mich gebracht, die alle unauffällig waren. Heute nehme ich nur noch Schmerzmittel und meinen Nasenspray für den Notfall. Alles andere an Medikation, die mir übrigens alles andere als gut getan hat, habe ich entsorgt.

Dunkelheit, eine Wärmeflasche, viel Schlaf und jemand, der während des Anfalls an meiner Seite ist, sind die beste Medizin gegen dich. Es gab immer wieder Menschen in meinem Leben, die mich belächelt haben, wenn ich ihnen von dir erzählt habe. „Ein bisschen Kopfweh, was ist daran schon so schlimm?“, haben sie gemeint. Erst als sie selbst dabei waren und meine Angst gesehen haben, als du dich wieder einmal plötzlich gezeigt hast, haben die Leute in meiner näheren Umgebung umdenken lassen und sie haben begonnen zu verstehen.

Du bist alles andere als ein wenig Kopfweh. Du bist in mir, irgendwo ganz tief drin und wann immer du dich nur ein klein wenig verärgert oder sogar gelangweilt fühlst, gibst du dich zu erkennen. Und zwar immer zu den unpassendsten Momenten oder Augenblicken.

Meine erste Migräne

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern als du mich das erste Mal während dem Deutschunterricht besuchst hast. Ich war gerade dabei etwas aus dem Lehrbuch vorzulesen und plötzlich konnte ich die Buchstaben nicht mehr richtig erkennen und die Wörter kamen ganz verdreht aus meinem Mund heraus. Der Lehrer hat mich geschimpft und zu mir gesagt ich solle doch mehr lesen üben. Zu dem Zeitpunkt war ich 12 Jahre alt und habe in der Woche ein Buch verschlungen. Lesen war schon immer meine Leidenschaft und Bücher ein wahrer Segen. Alle haben über mich gelacht und ich bin unter Tränen nach Hause gerannt, weil ich nicht wusste was mit mir los war.

Wie sieht ein Migräne – Anfall aus?

Ein Besuch von dir läuft eigentlich immer gleich ab. Zuerst beginnt die Sehkraft schlechter zu werden. Ich sehe dann nur noch verschwommen oder Punkte. Danach werden meine Finger taub, je nachdem für welche Körperhälfte du dich dieses Mal entschieden hast, entweder auf der linken oder der rechten Hand. Das Taubheitsgefühl verbreitet sich sehr schnell und wandert weiter über den ganzen Arm den Fuß und schlussendlich auch ins Gesicht. Plötzlich spüre ich meine Lippe und die Finger überhaupt nicht mehr. Du übernimmst die Kontrolle über meinen ganzen Körper und wenn ich bis jetzt noch nicht mein Nasenspray genommen habe ist es für jede Hoffnung zu spät und ich kann mir sicher sein, dass du mich die nächsten 24 Stunden nicht mehr in Ruhe lässt.

Manchmal kann ich dich aber nicht einmal mit meinem Nasenspray fernhalten und du machst einfach weiter. Dann fange ich an meine Sprache zu verlieren, simple Wörter, wie der Name meines Freundes oder ein Hilferuf wollen nicht mehr über meine Lippen kommen. Das Kopfweh setzt ein, meist einseitig und hinter dem Augapfel. Die Schmerzen werden unerträglich und dies ist auch der Moment, wo ich am liebsten sterben möchte.

Du hast mich komplett unter Kontrolle und ich bin so machtlos gegen dich. Die Tränen rinnen mir aus den Augen wie ein Wasserfall und ich weiß, gleich wird es noch schlimmer. Das Erbrechen beginnt. Aber nicht nur einmal, sondern über Stunden. Mein Körper trocknet mittlerweile schon vollkommen aus, aber jeder kleinste Schluck an Wasser wird nicht von dir akzeptiert.

Mittlerweile schmeckt mein Erbrochenes, dass eigentlich nur noch nach Schaum aussieht, nach Galle. Ich liege in meinem Bett, völlig hilflos und bin nicht einmal in der Lage mich von selbst umzudrehen. Mein Polster, der weichste und dickste Polster den man haben kann fühlt sich an wie ein Ziegelstein. Ich bin erschöpft und schlussendlich schlafe ich endlich ein.

Ich gebe nicht auf !

Auch die Tage danach hast du mich noch sehr gut unter Kontrolle und machst mir das normale Leben und jeden Handgriff schwer. Ich muss mich extrem anstrengen um simple Dinge zu schaffen. Jeder Schritt, sowie jede Bewegung die ich mache verlangen mir enorme Kräfte ab. Aber dennoch gebe ich nicht auf und kämpfe weiterhin gegen dich an!

Man sagt, dass manche Menschen, welche ebenfalls unter Migräne leiden eine Art Aura verspüren und so den Anfall vorhersehen können. Ich kann das leider nicht. Manche Leute haben die Migräne sogar komplett aus ihrem Leben verbannt, mit Medikation, Hypnose, Diäten oder diversen Therapien. Auch das habe ich leider noch nicht geschafft. Aber ich gebe den Kampf gegen dich nicht auf. Irgendwann werde ich es schaffen und dich Miststück komplett aus meinem Leben entfernen. Ich weiß es. Und bis es soweit ist, kämpfe ich weiterhin gegen dich an!

Migräne Kopfschmerzen Danke

*Hinweis zum Titelfoto: Copyright by Lucy Chian / Unsplash.com

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Trixi

Oh Mann, ich wusste ja gar nicht wie schwer es für Menschen ist, Migräne zu haben. Ich dachte wirklich, wie Du oben geschrieben hast es seine „Kopfschmerzen“. Dieser Beitrag hat mich sehr zum Nachdenken angeregt! Ich hoffe, wirklich, dass sich bei dir die Anfälle in Grenzen halten, meine Liebe!

Alles Liebe und Hut ab!
Trixi

Minnja

Ein sehr interessanter Artikel. Ich finde es sehr gut, dass du darüber schreibst! Top!!

Habe eine wunderbares Rest-Wochenende <3
Sei ganz lieb gegrüßt, Claudia

Carrieslifestyle

Ohje das tut mir aber leid. Ich hoffe du bekommst das irgendwann in den Griff