Step by Step – Mein Weg zu mehr Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit

Als ich auf meinem Instagram Account veröffentlicht habe, dass ich ab nun versuche mein Leben noch nachhaltiger zu gestalten, war das Feedback hierzu durchgehend positiv. Na gut, zugegeben – es gab auch ein wenig (konstruktive) Kritik und sehr schnell musste ich feststellen, dass ein nachhaltiger Lebensstil in der heutigen Zeit gar nicht so leicht umsetzbar ist wie gedacht und vor allem, dass dieser auch nicht immer und überall möglich ist.

Vor allem dann nicht, wenn ich mal Heißhunger auf Früchte bekomme, die aktuell weder Saison haben und dann auch noch im Plastik verpackt sind. Oder, wenn ich beschließe zu verreisen und dafür das Flugzeug nehme. Wie kann ein nachhaltiger Lebensstil mit importierten und in Plastik verpackten Lebensmitteln oder mit einem hohem CO2-Ausstoß beim Fliegen zusammenpassen?

Ja, da bin ich wohl in ein ordentliches Fettnäpfchen getreten. Dabei wollte ich doch nur eines; Meinen Followern und Freunden zeigen, wie einfach es sein kann bestimmte Dinge im Alltag nachhaltiger zu gestalten, gesünder zu leben und dabei auf die Umwelt und unseren Planeten zu achten. Jedoch ohne mich deswegen gleich zum Vollzeit-Öko-Menschen zu verwandeln, oder mich komplett verstellen zu müssen.

Ich möchte den Fokus auf mehr Nachhaltigkeit legen und in bestimmten Dingen einfach besser werden. Jedoch ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu bekommen, wenn ich einmal eine Ausnahme mache und etwas kaufe das in Plastik verpackt, nicht regional oder nachhaltig ist. Ich bin nicht zu 100% perfekt und werde es auch nie sein. Und schon gar nicht, werde ich mich deswegen verstellen oder gewisse Dinge auf meinen Profilen vor meinen Lesern/Followern verbergen, nur damit sie einen besseren Eindruck von mir haben.

Aus diesem Grund habe ich mir gedacht, ich erstelle hier am Blog eine kleine Auflistung von Dingen, mit der ich dir und allen interessierten Besuchern, zeigen kann, was sich in Punkto Nachhaltigkeit bei mir schon alles getan hat und wo ich mich nach und nach verbessert habe. Sei es im täglichen Leben, im eigenen Haushalt, bei meinem Kaufverhalten und natürlich will ich auch dir dabei einfache Möglichkeiten aufzeigen, wie man nachhaltiger Leben kann, ohne dass du deswegen gleich das eigene Leben komplett umkrempeln muss.

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So nachhaltig war meine Kindheit

Dafür würde ich zuerst gerne eine kleine Zeitreise mit dir in meine Kindheit unternehmen. Schnall dich also gut an und reise mit mir zurück in die Anfänge der 90er Jahre und in ein kleines Städtchen nach Kärnten namens Hermagor. Hier bin ich aufgewachsen. Am Land, umgeben von einer beeindruckenden Flora und Fauna – und das jeden einzelnen Tag.

Dort hat mich meine Mama schon früh gelehrt, welche großen Schätze uns die Natur bietet. Wir haben regional bei unseren Bauern aus der Nachbarschaft eingekauft. Das Gemüse und der Salat kam aus dem eigenen Garten. Wir haben Bärlauch und Löwenzahn auf den Wiesen in der Umgebung gepflückt und leckere Wald- und Heidelbeeren während dem Wandern am Wegrand eingesammelt, um damit Marmelade zu kochen. Soweit ich mich zurückerinnern kann, haben wir immer schon alles was ging selber gemacht und nicht erst damit angefangen, weil es plötzlich durch Social Media modern wurde.

Ich habe schon früh gelernt wo unsere Nahrungsmittel, von Gemüse bis Fleisch, wirklich herkommen und auch, wie ich alles davon zu leckeren Gerichten, aber auch Kosmetik verarbeiten kann. Wir Kinder sind sogar damals noch mit Glaskrügen zum Bauern geschickt worden um frische Milch zu holen. Haben Spiele, Bücher und auch Kleidung, wenn wir sie nicht mehr gebraucht hatten, weiter verschenkt. Es war eine Selbstverständlichkeit für uns sparsam zu leben, nichts wegzuwerfen was man vielleicht noch brauchen konnte und wenn wir im Wald gespielt haben, haben wir danach unseren Mist auch wieder mit Nachhause genommen und nichts liegen gelassen.

Ich traue mich also zu sagen, dass meine Mama mich schon damals, wenn auch unbewusst, sehr nachhaltig und naturverbunden erzogen hat. Zu einer Zeit wo Themen wie Plastik-Frei, Zero-Waste und Nachhaltigkeit noch nicht im Trend lagen, sondern selbstverständlich und etwas ganz normales für uns waren. Bis heute habe ich viele Dinge aus dieser Zeit für mich beibehalten.

Jedoch haben sich die Zeiten von den 90ern bis heute stark geändert. Und ich mich natürlich mit ihnen. Über 20 Jahre später hat sich doch so einiges in meinem Leben und in der Gesellschaft getan. Ich bin nach Wien in die große Stadt gezogen, habe meinen eigenen Haushalt gegründet, gehe Arbeiten, kann mir mittlerweile Dinge leisten, die ich eigentlich gar nicht brauche, habe Stress und aufgrund von Zeitmangel schleichen sich immer mehr und mehr Fehler in meinem Leben ein, die absolut nicht mehr nachhaltig sind.

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Wo ich mir Inspiration hole

Mit dieser Erkenntnis habe ich für mich beschlossen, mein Leben wieder bewusster zu ändern und achtsamer zu werden. Step by Step, also Schritt für Schritt. Für die nötige Inspiration habe ich mir ein paar Blogger und Influencer rausgesucht, die den Weg zu mehr Nachhaltigkeit in der heutigen Zeit bereits gehen und dafür jede Menge Tipps und Hilfestellungen anbieten, wie etwa the one and only und ein großes Vorbild für mich; Daria Daria (hier findest du ihren Podcast).

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Weniger haben, mehr leben

Neben Blogs, Instagram und Podcasts ist es für mich als Leseratte unumgänglich, dass ich mich auch durch diverse Bücher lese. Sehr inspirierend fand ich vor allem das Buch „Weniger haben, mehr leben“ von Cait FlandersIn kaum einem Buch habe ich mich und meine aktuelle Lebensweise so oft wiedergefunden wie in diesem.

Mit Ende zwanzig ist Cait Flanders nur noch unglücklich. Sie steht vor einem Schuldenberg, trinkt und shoppt zu viel. Und auch wenn sie es schließlich schafft, ihre Finanzen in den Griff zu bekommen, fällt sie immer wieder in alte Gewohnheiten zurück, die sie von ihren eigentlichen Zielen abhalten. Also beschließt sie, für ein Jahr nur noch das Nötigste zu kaufen: Benzin, Essen, Hygieneartikel.

Sie entrümpelt ihre Wohnung, gibt einen großen Teil ihres Besitzes weg. Da sie nicht mehr auf ihre vorherigen Verhaltensweisen zurückgreifen kann, änderte sie ihre Gewohnheiten.

Zero Waste Kitchen

Beim Kochen habe ich immer schon sehr darauf geachtet, möglichst wenig Abfall zu produzieren und alles an Lebensmittel zu verwerten. Avocadokerne werden demnach bei mir zu einem Avocadobaum großgezogen, oder zu Shampoo verarbeitet. Obstreste kommen in den Smoothie und aus überbleibendem Gemüse wird ein Suppengewürz hergestellt. Bananenschalen trockne ich regelmäßig und damit mache ich mir dann einen Bananenschalen Tee zum Einschlafen und auch meinen Ingwer pflanze ich bei Zeiten selbst Zuhause an. Leider ist das nur nicht immer so einfach, wenn man zwei Kater hat, die ständig glauben, alle Knollen wieder ausbuddeln zu müssen.

Das Buch „Zero Waste Kitchen“ von Veronika Pichl hat mir weitere tolle Tipps und Rezepte für Obst- und Gemüsereste geliefert. Endlich habe ich herausgefunden, was ich mit den Kernen der Papaya machen und man Kiwischalen essen kann. Und wenn wir schon dabei sind, hast du schon einmal geröstete Wassermelonenkerne gegessen?

Jährlich produziert jeder Deutsche mehrere Hundert Kilo Abfall – das ist erschreckend und belastet die Umwelt. Glücklicherweise denken viele Menschen mittlerweile um und versuchen, bewusster mit Ressourcen umzugehen und möglichst wenig wegzuwerfen. Dennoch besteht unser Müll immer noch zu einem großen Teil aus Lebensmitteln!

Was soll man schließlich auch mit Karottengrün oder einem Blumenkohlstrunk anfangen? Einfach essen! Schließlich ist dieses scheinbar »unnütze Zubehör« vieler Lebensmittel durchaus verwert- und genießbar und gehört bestimmt nicht in die Mülltonne.

Plastikfrei für Einsteiger

Ein weiteres Buch, welches mir sehr geholfen hat um meinen Plastik-Konsum zu bremsen und dass ich dir ebenfalls nur sehr empfehlen kann ist „Plastikfrei für Einsteiger“ von Christoph Schulz. Dieser Ratgeber hat mir Inspiration für plastikfreie Alternativen aufgezeigt, aber enthält auch richtig tolle DIY-Anleitungen für selbstgemachte Kosmetik, sowie für Wasch- und Spülmittel.

In Folie verpacktes Gemüse, Duschgelpackungen und Plastikpfannenwender – überall begegnet uns Plastik im Alltag, meist völlig unnötig. Unserer Erde zuliebe darauf zu verzichten, erscheint aber oft als sehr aufwendig und kompliziert.

Doch der engagierte Umweltaktivist Christoph Schulz beweist, dass ein plastikfreies Leben viel leichter ist, als viele glauben. In 3 Schritten zeigt er, wie wir einfach umsetzbare Alternativen finden, und liefert innovative Ideen für einen umweltfreundlichen Lebensstil – und das ohne großen Aufwand!

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Step by Step – Mein Weg zu mehr Nachhaltigkeit

Nach dieser Einleitung, die doch etwas länger geworden ist, als ich ursprünglich vorhatte, hier nun eine Auflistung mit Dingen, die ich tue um mein Leben Step-by-Step wieder etwas nachhaltiger und umweltbewusster zu gestalten. Auch wenn so einiges auf dieser Liste steht, habe ich noch viel an mir zu arbeiten und hin und wieder kommt es auch vor, dass ich den einen oder anderen Punkt umgehen muss. Niemand ist perfekt, ich schon gar nicht. Aber ich gebe mein bestes und möchte das unser schöner Planet weiterhin erhalten bleibt.

  • Ich kaufe meine Lebensmittel vorwiegend regional und in Bio-Qualität
  • Ich liebe die Wunderlinge bei Billa und Merkur
  • Zum Einkaufen nehme ich immer meine Baumwolltasche, einen Korb oder eine Kiste mit
  • Wenn möglich kaufe ich verpackungsfreie Produkte oder entsorge diesen bereits im Geschäft. Bei dm hat man sogar die Möglichkeit den Müll zu trennen.
  • Bevor ich Lebensmittel wegwerfe, weil ich sie nicht mehr esse, versuche ich Alternativen dafür zu finden, wie etwa letztens als ich meine alten Chia Samen zu Chia Sprossen gezogen habe
  • Ich trockne Bananenschalen und mache daraus einen Tee
  • Zuhause versuche ich nur gesund und vegan zu kochen (unterwegs ernähre ich mich aber auch vegetarisch)
  • Ich habe Produkte wie zB Zahnbürste, Duschgels, Wattestäbchen, etc gegen plastikfreie Alternativen aus Bambus ersetzt
  • Ich verwende bis auf wenige Ausnahmen nur Naturkosmetik und immer tierversuchsfreie Kosmetik
  • Ich verwende feste und verpackungsfreie Shampoobars und Seifen zum Duschen (Ausnahme: ich habe noch einige Pflegeprodukte aus alten Kooperationen bzw. PR Samples die ich noch verbrauche)
  • Ich verwende schon seit Jahren nur noch nachhaltige Hygieneartikel für Frauen, wie etwa die Menstruationskappe und Bio-Tampons
  • Ich überlege mir tolle Upcycling DIYs
  • Mein Tawashi DIY hat den Nylon Duschschwamm und den Abwasch-Schwamm bei mir Zuhause ersetzt
  • Ich habe mir auswaschbare Abschminkpads genäht
  • Ich versuche Müll zu vermeiden
  • Ich hebe den Müll der anderen von der Straße auf und gehe Müllsammeln
  • Ich habe meinen Kleiderschrank aufgeräumt, aussortiert und den Großteil darin als Second Hand verkauft, verschenkt oder gespendet
  • Ich kaufe neue Kleidung nur noch dann, wenn ich wirklich etwas brauche und überlege mir genau, ob ich das neue Teil mit meinen bereits vorhandenen Klamotten kombinieren kann
  • Ich kaufe keine Fast Fashion mehr und greife gerne zu Second Hand
  • Ich achte beim Kauf von Kleidung auf nachhaltige Fair Fashion Labels
  • Wir haben schon vor Jahren auf Öko Strom gewechselt
  • Ich verreise 1-2x im Jahr mit dem Flugzeug, ansonsten nehme ich für meine Städtereisen sehr gerne die Bahn oder suche mir Mitfahrgelegenheiten (z.B. nach Kärnten, oder den Nachtzug nach Hamburg, Berlin, Venedig)
  • Ich spende regelmäßig an Hilfsorganisation für den Erhalt unseres Planeten und den Tierschutz
  • Ich habe kürzlich eine Patenschaft für zwei gerettete Faultiere abgeschlossen
  • Ich gehe was ich kann zu Fuß, nehme mein Fahrrad oder verwende die öffentlichen Verkehrsmittel

Ich bin übrigens schon sehr gespannt wie viele Dinge du von dieser Liste ebenfalls abhacken kannst, oder willst du sie vielleicht ergänzen? Ich freue mich über dein Feedback unten in den Kommentaren.


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Christoph

Hey Iris! Danke für diesen tollen Beitrag und die schönen Worte zu Plastikfrei für Einsteiger 🙂

Weiterhin viel Erfolg und beste Grüße,
Christoph